Messung von Lärm und raumakustischen Kenngrößen
Messunsicherheit
Nach den Messungen sind Überlegungen und Berechnungen zur Genauigkeit des Messverfahrens erforderlich, um die Ergebnisse mit den gesetzlichen Regelungen vergleichen und Entscheidungen treffen zu können.
Die Unsicherheit der ermittelten Lärmexposition hängt vor allem von folgenden Einflussgrößen ab:
1) Messgerät und Kalibrierung
Die Unsicherheit der Schallmessung hängt von der Qualität bzw. Genauigkeitsklasse des eingesetzten Schallpegelmessgerätes und des Kalibrators ab. Für genaue Messungen empfiehlt sich die Verwendung von Messgeräten, die den Anforderungen der Klasse 1 nach DIN EN 61672-1 entsprechen.
2) Mikrofonposition
Bei der ortsfesten Messung können sich Unsicherheiten dadurch ergeben, dass das Mikrofon die übliche Position des Kopfes nicht genau trifft. Außerdem kann es schwierig sein, den Bewegungen des Beschäftigten mit dem Mikrofon in Ohrnähe zu folgen.
Bei der personengebundenen Messung (Dosimetermessung) ergeben sich Unsicherheiten durch Schallreflexion und Abschattungseffekte durch den Körper der Person.
3) Erfassung der längerfristig typischen Lärmexposition
Unsicherheiten ergeben sich durch die Stichprobennahme und die damit begrenzte Messdauer und den Zeitpunkt der Messung.
Es ist eine sorgfältige Arbeitsanalyse erforderlich und es muss ein repräsentativer Arbeitstag mit relevanten Lärmexpositionen mit ihren entsprechenden Zeitanteilen in die Berechnung eingehen.
Die folgende Tabelle definiert die Genauigkeitsklasse in Abhängigkeit von der kombinierten Standardunsicherheit des Tages-Lärmexpositionspegels.
Genauigkeitsklasse | 1 | 2 | 3 |
Kombinierte Standardunsicherheit u | \(\leq\) 2 dB | \(\leq\) 4 dB | \(\leq\) 6 dB |
Zusammen mit der Erarbeitung der Messnorm DIN EN ISO 9612 wurde ein Tabellen-Kalkulationsprogramm zur Berechnung der Messunsicherheiten entwickelt (bitte hier klicken).