Messung von Lärm und raumakustischen Kenngrößen
Messung des Beurteilungspegels Lr nach ASR A3.7 Lärm
Die Grundlagen für die Messung und Bewertung von Arbeitsstätten im Pegelbereich unterhalb der Gehörgefährdung sind in der ASR A3.7 definiert. Hier ist die an die DIN EN ISO 9612 angelehnte DIN 45645-2 wichtig. Zur Festlegung von Maßnahmen ist anders als im Geltungsbereich der LärmVibrationsArbSchV der LEX,8h der Beurteilungspegel Lr heranzuziehen. Der Beurteilungspegel stellt ein Maß für die Lästigkeit eines Geräusches und die potenzielle Beeinträchtigung bei der Arbeit dar.
Beurteilt werden einzelne Tätigkeiten, die zusammenhängend oder in Summe mindestens eine Stunde dauern. Tätigkeiten bedürfen nur dann einer Unterscheidung, wenn sie unterschiedlichen Tätigkeitskategorien zuzuordnen sind. Bei der Messung ist darauf zu achten, dass Eigengeräusche der Personen, z. B. Gespräche mit anderen Personen oder Klingeln des eigenen Telefons, auszuschließen sind.
Die Vorgehensweise zur Messung ist in der DIN 45645-2 festgelegt. Angaben zu Höhen der Mikrofonposition für stehende und sitzende Tätigkeit sind zum Beispiel identisch mit den Angaben in der DIN EN ISO 9612.
Ermittlung des Beurteilungspegels ohne Berücksichtigung von Teilzeiten
Beurteilungspegel Lr = LpAeq + KI + KT
KI = Impulszuschlag
KT = Zuschlag für Ton- und Informationshaltigkeit
beide Zuschläge zusammen max. 6 dB
Zuschlag zur Berücksichtigung der erhöhten Störwirkung impulshaltiger Geräusche:
KI = 0 dB | falls (LpAIeq LpAeq) = kleiner als 3 dB |
KI = LpAIeq LpAeq | falls (LpAIeq LpAeq) = 3 dB bis 6 dB |
KI = 6 dB | falls (LpAIeq LpAeq) = größer als 6 dB |
Zuschlag zur Berücksichtigung der erhöhten Störwirkung eines oder mehrerer Töne in einem Geräusch oder eines informationshaltigen Geräusches in Höhe von 3 dB oder 6 dB je nach Auffälligkeit:
KT = 0 dB | falls ein Ton oder ein Geräusch mit Informationsgehalt im Arbeitsgeräusch nicht besonders hervortritt. |
KT = 3 dB | falls ein Ton oder ein Geräusch mit Informationsgehalt im Arbeitsgeräusch hervortritt, aber gegenüber dem Arbeitsgeräusch nicht dominant ist. |
KT = 6 dB | falls ein Ton oder ein Geräusch mit Informationsgehalt im Arbeitsgeräusch hervortritt und gegenüber dem Arbeitsgeräusch dominant ist. |
Ermittlung des Beurteilungspegels aus Messungen in Teilzeiten
Oft kommt es vor, dass innerhalb einer Arbeitsschicht Teilzeiten mit unterschiedlichen Schalldruckpegeln auftreten. So kann, zum Beispiel in einem Meisterbüro, je nach Auslastung der Produktionsanlage nur ein Grundgeräusch vorhanden sein (Produktion nicht in Betrieb, 15 %), zusätzlich Produktionsgeräusche dazukommen (Produktion in Betrieb, 80 %) und zeitweise kann es bei der Produktion noch zu Klopfgeräuschen (zum Lösen von Material in Behältern, 5 %) kommen. Für jede dieser Teilzeiten muss eine eigene, repräsentative Messung durchgeführt werden. Die Ergebnisse werden dann entsprechend der Zeitanteile energetisch addiert.
Beurteilungspegel Lr = 10 lg \(\begin{pmatrix} \frac{1}{T}\sum \limits_{m=1}^{M}T_{m} \cdot 10^{0,1\cdot L_p,_m} \end{pmatrix}\) dB
Lp,m = LpAeq,m + KI + KT
Tm = Dauer der Teilzeiten m
T = Summe der Zeitdauern für alle Teilzeiten Tm
M = Gesamtzahl der Teilzeiten m